Eisiger Affentanz


Der Eisberg Oyaviggaton war gefunden. Doch für Jubel unter der Besatzung sorgte der Anblick des bedrohlichen, schwimmenden Hortes eines uralten Drachen nun nicht gerade. Die Gefährten sorgten sich außerdem darum, dass die einheimischen Jäger, die sie zum Eisberg geführt hatten, Alarm schlugen.

So bat man Meisterin Aruunsha mit der Meranwë einen kurzen Sprung zu unternehmen, um vor die Fischer zu kommen und sie abzufangen. Zu ihrem Erstaunen reagierte das Schiff nicht, irgendetwas schien den magischen, planaren Antrieb des Drachenbootes zu blockieren. Kurzentschlossen verwandelte der Mann Oba erneut in ein Biest, diesmal in einen riesigen Hai, der das kleine Boot der Einheimischen mühelos einholte und zerstörte. Die Überlebenden wurden anschließend von der Meranwë eingesammelt und verhört.

Auf dem Eisberg lebt wohl ein kleiner Stamm von einheimischen Jäger und Fischern, die den Dienern des Drachen zu Diensten sind. Darunter die unvermeidlichen Kobolde, aber auch seltsame, aufrechtgehende, weiße Frösche und weiße Trolle. Der Häuptling des Stammes sei Heulende Robbe und sie wären über hundert Krieger stark.

Die Siedlung

Die Retter von Greenest entschlossen sich daher, nicht an der seichten Stelle des Eisbergs anzulegen, die die Einheimischen nutzten, sondern die eisigen Steilhänge zu erklettern. Tashenells magisches Seil und ihre gebunkerte Winterausrüstung halfen ihnen dabei. Schließlich standen sie oben am Eisberg und blickten über das Gletscherplateau hinweg und konnten in der Ferne und im allgegenwärtigen Nebel schwache Lichter entdecken. Dort vermuteten sie die Ansiedlung der Einheimischen. Eine erste Erkundigung der Lage schlug fehl, da die Hunde der Siedlung auf sie aufmerksam wurden und eine kleine Gruppe sich im Dunkeln an ihre Fersen hefteten. Es gelang ihnen sie abzulenken und zunächst unentdeckt zu bleiben.

Tashenell, der als einziger in der Dunkelheit und im Nebel nichts sehen konnte, blieb als Rückendeckung zurück am Ausgangspunkt, als sich die Retter von Greenest ein zweites Mal auf den Weg machten, diesmal verborgen und getarnt dank eines Zaubers, den der Mann heraufbeschworen hatte. Sie kamen an den, in Eisblöcken konservierten Opfer von Arauthator vorbei, die auch Halvan zuvor schon aus der Ferne erspäht hatte. Ein gutes Dutzend Humanoider, die einen eisigen Tod gefunden hatten, waren dort wie in einer Ausstellung aufgestellt. Maccath die Rote war nicht darunter.

Am Rande des Dorfes der Einheimischen mit ihren Jurten und Iglus entschieden sich die Gefährten dafür, eine einzelne, etwas abseits stehende Jurte aufzusuchen. Die Hunde, die sie zuvor noch so aufmerksam aufgespürt hatten, schwiegen diesmal. Der Magie der dunklen Göttin des Mannes sei Dank! Den auch dank ihrer Hilfe gelang es ihnen sehr schnell, die Schamanin, die in dieser einsamen Jurte lebte, zu bezaubern.

Der Zauber wirkte so hervorragend wie er nur bei Leuten wirken konnte, deren verborgene Wünsche schon lange schlummerten und die sich nun freuten, dass sie Dank der Magie an die Oberfläche gelangen konnten. Die Schamanin wünschte sich Freiheit vom Joch des alten Drachen und teilte freigiebig ihr Wissen über den Hort im Bauch des Eisbergs.

Sie erzählte von den Trollen und Fröschen, den Gängen und Gefahren unterhalb der Siedlung der Einheimischen. Und sie erzählt von Maccath der Roten, die dort unten wohlauf und am Leben sei.

Der Plan

Eine Falltür in ihrer Jurte führte tiefer in den Berg und die Helden schlichen sich durch die riesigen, eisigen Gänge des Eisbergs. Sie umgingen sicher die Trolle und Frösche und gelangten, ohne gesehen zu werden, in die Gemächer von Maccath der Roten, die sie recht frostig empfing. Nachdem sie sich überzeugt hatte, dass zumindest eine kleine Chance bestand, dass sie mit Hilfe der Retter von Greenest den Eisberg mit ihren Forschungen und Büchern verlassen konnte, half sie den Helden einen Plan zu schmieden, den Herrscher des Eisbergs, den alten Drachen Arauthator, zu vertreiben.

Ein kurzer, harter Schlag und ein Überraschungsangriff sollte es werden. Keine Verhandlungen, kein Reden. Direkt hinab in den Hort und alles gegen den Drachen schleudern, was die Helden aufzubringen imstande waren. Sollte es gelingen, den alten Drachen eine ernsthafte Wunde beizubringen, so würde er eher vom Eisberg fliehen und besser vorbereitet zurückkehren, als den Kampf bis zum bitteren Ende zu führen. Je länger allerdings der Kampf dauern würde, desto sicherer sei es, dass der Drache obsiegen werde. Sie übergab einen Ring, der vor Kälte schützte und 2 Pfeile des Drachentötens an die Helden. Während Yonas Familiar einen kurzen Blick in die Drachenhöhle warf und den alten Drachen schlafend vorfand, wurde Tashenell heimlich herbeigeholt und die jetzt insgesamt 3 Pfeile des Drachentötens so aufgeteilt: 2 Pfeile für Yona und 1 Pfeil für Tashenell. Der Ring des Kälteschutzes wurde an Arvandor übergeben, die 4 Tränke des Schutzes vor Kälte getrunken und Oba hüllte sich einen Feuerschild. Eine großer Unsichtbarkeitsszauber verbarg Yona vor den Blicken des Drachen und Maccath versah sie und Halvan mit einem Flugzauber.

Arauthator

Mit Affengebrüll

Die Retter von Greenest waren bereit und gerüstet für den größten Kampf ihres Lebens. Doch halt. Noch nicht ganz. Bevor sich unsere Helden hinab in den eisigen Hort des Drachen stürzten machte der Mann den Elfen erst noch zum Affen. Genauer gesagt zu einem Riesenaffen mit weißen Fell. Einem, mit Magie außergewöhnlich schnell gemachten Riesenaffen mit weißem Fell. Also ein weißer Riesenaffenblitz.

Riesenaffe

Jetzt erst waren die heldenmutigen Retter von Greenest bereit zum Kampf. Mit einem Affengebrüll stürzten sie hinab in den Bauch des Eisbergs. Mit einem Affenzahn erreichte der verwandelte Arvandor den Drachen bevor dieser auch nur “Affe” sagen konnte und hieb mit seinen Affenpranken auf Arauthator ein, kurz nachdem bereits ein Feuerball von Oba seine Wirkung nicht gänzlich verfehlt hatte. Der Kampf war eröffnet und gleich in vollem Gange. Halvan schleuderte einen Blitz auf den Drachen und Yona traf mit dem ersten der beiden Todespfeile die geschuppte Bestie. Der Rest der Gruppe war noch auf der Suche nach einer guten Position, um in den Kampf einzugreifen, als der angeschlagene Herr des Eisbergs zum Konter ansetzte.

Mit zwei mächtigen Hieben seiner Klauen schlitzte er den Arvandor-Affen den Bauch auf und mit seiner Odemwaffe traf er Halvan mitten in der Luft schwebend. Allen wurde schlagartig klar, dass es wohl eine ziemlich bescheuerte Idee gewesen war, einen alten Drachen in seinem Hort herauszufordern. Besonders die Gefährten in der Nähe des Drachen bekamen es mit der Drachenangst zu tun. Blitze und Feuerbälle wurden weiter gegen Arauthator geschleudert, der aber zunächst den Riesenaffen vernichtete um sich dann Halvan anzunehmen, dessen Flugzauber ihn aber wendiger machten als den gewaltigen, weißen Drachen, der sich in der Eishöhle in die Lüfte erhoben hatte. So gelang es ihm zunächst dem fliegenden Wurm zu entkommen. Aber nach und nach versagten die magischen Zauber der Helden, Eisnebel hüllte die Helden ein, Yona verschoss ihren zweiten Todespfeil und Halvan gelang es nicht einen mächtigen Vernichtungszauber zu wirken. Der Mann und Tashenell konnten ihre Furcht nicht überwinden und Oba blieben nur noch wenig wirkungsvolle magische Pfeile, die für ihren riesigen Gegner nur lästige Mückenstiche waren. Das Blatt wendete sich gegen die Retter von Greenest.

Ein letzter Pfeil

Arvandor stand leicht verletzt und hilflos auf am Boden der eisigen Grube, nachdem seine Affenform durch den Drachen brutal zerstört worden war, als sein Blick auf den verschossenen Todespfeil von Yona viel. Rasch zog er seinen Langbogen aus seinem magischen Köcher und legte, zitternd vor Drachenangst, den Pfeil an. Sein Langbogen hatte eine größere Reichweite als die Kurzbögen von Yona und Tash, doch der Drache entfernte sich rasch von ihm.

Er zwang seinen Geist und seinen Atem sich zu beruhigen, so wie es ihm die alten elfischen Lehrmeister beigebracht hatten. Jetzt zählte es. Er ließ die Sehne los und schickte den Todespfeil auf die Reise. Diesmal war das Glück oder die Götter auf der Seite der Helden von Greenest. Der Pfeil traf den Drachen am Bauch und Arauthator brüllte vor Schmerz auf.

Er wendete in einem engen Bogen und spieh seinen kalten Atem auf den Elfen, der nur Dank seines Schutzrings überlebte. Der Mann war inzwischen so nahe an Arvandor herangekommen, dass er den Elfen ein zweites Mal zum Affen machte.

Arauthator hatte sich nach dem zweiten Treffer durch einen Todespfeil entschlossen, diesen Kampf zu einem Unentschieden zu erklären. Er stieß hinab in einer der eisigen Tümpel am Boden der Grube und ließ eine eisige Wand über der Spalte entstehen, so dass es unmöglich war ihm zu folgen. Die Retter von Greenest brüllten wie die Affen über die Flucht des Drachen. Manchmal ist ein Unentschieden ganz sicher ein Sieg!