Flucht

Alle in diesem gewaltigen Gästeraum in der Festung der Sturmriesen starren einander an. Auf der einen Seite die Tall Hunters rund um Prinzessin Serissa, auf der anderen Seite die Sturmriesenfürstin Ymira. Es ist wieder dieser Geruch in der Luft. Ein Geruch wie nach einem Gewitterblitz. Meine Haare stehen mir zu Berge. Dann überschlagen sich die Ereignisse. Für eine über 7 Meter große und tonnenschwere Gestalt ist Ymira in einem Wimperschlag bei Serissa und versucht ihr, das Amulett vom Hals zu reißen. Was in den Neun Höllen geschieht hier?! Die Prinzessin der Sturmriesen muss ihre gesamte Kraft aufwenden, um die angreifende Fürstin abzuwehren. Ein Duell der Gigantinnen! Serissa schafft es sich aus dem Griff der größeren Riesin zu befreien und dann führt sie eine kleine, geheimnisvolle Geste mit dem Amulett aus. Und plötzlich stehen im Thronsaal. Was war das?

Wieder ein Teleportationszauber! Ich gewöhne mich so langsam daran. Serissa befielt Cog und Tug, ihren Leibwächstern, das Tor zum Thronsaal zu versiegeln und den Tall Hunters in einem Raum hinter dem Wyrmschadelthron Dinge in ein faltbares Loch zu packen. Ja, genau, ein faltbares Loch. Wenige Minuten später sammeln sich alle und Serissa erklärt der versammelten Mannschaft, dass sie uns alle an einen sicheren Ort bringen wird. Welcher Ort das wäre will sie nicht aussprechen, sie fürchtet einen Ausspähungszauber. Und so teleportieren wir erneut. Diesmal ist es allerdings wieder einmal schmerzhaft, als würden unsere Körper durch ein viel zu enges Loch zwischen Zeit und Raum gepresst. Wir erscheinen keuchend auf einer Straße. Wo sind wir jetzt wieder gestrandet?

Auf der Hohen Straße. Keine 10 Meilen von Langsattel entfernt. Hier waren wir schon einmal, doch meine Erinnerung daran ist nur schemenhaft. Wir sammeln uns kurz und machen uns auf den Weg. Langsattel ist toll. Wir sind auf der Unterseite einer Brücke gelaufen! Und nicht runtergefallen! Verrückt! Und das Herrenhaus der Familie Harpell erst. Erinnert mich an einen Kobel – das gefällt mir! Serissa fragt nach einer Penelope, die sich als elegante menschliche Frau mittleren Alters mit silber durchwirkten dunklen Haaren herausstellt. Wir kampieren in den Riesengemächern des Herrenhauses. Ganz so wie die Sturmriesen eine Einrichtung für das kleine Volk aufweisen konnten, haben die Harpells Räume und Möbel für größere Gesellschaft eingerichtet. Ich brauch zwar nicht so viel Platz, aber es soll mir recht sein. Unsere Prinzessin wirkt zunächst erleichtert. Oder ist sie einfach nur erschöpft?

Ivy Mansion

Ich mach mir schon ein paar Sorgen um sie. Sie ist so groß, aber ich glaube fast wir haben ein ähnliches Alter. Also im übertragenen Sinne. Meine Gedanken werden durch das Frühstück unterbrochen. Penelope führt uns in eine Art Gemeinschaftsspeisesaal, der scheins für ganz unterschiedliche Völker hergerichtet ist. Das gefällt mir sehr. Prinzessin Serissa vermutet ihren Vater in der Gewalt von Iymrith, dem blauen Drachen, der auch irgendwie daran beteiligt war, dass ich aus meinem langen Schlaf erwacht bin. Sie verlangt von den Tall Hunters, sie bei dieser Aufgabe zu begleiten und den Hort des Drachen selbst aufzusuchen. Ich finde das eine eher schlechte Idee, aber ich werde nicht gefragt. Alle anderen haben da scheinbar nichts dagegen, sondern sind sogar ganz begeistert von der Idee, oder doch nicht?

Wenn jemand von den Tall Hunters Zweifel hat, äußert sie zumindest niemand laut. Wer wollte auch schon einer leibhaftigen Prinzessin widersprechen. Alle beginnen mit Vorbereitungen„Ich ziehe es vor, das Haus der Harpells zu erkunden. Alles hier wirkt verspielt, voller Winkel, Ecken und liebevoller Details, die es zu entdecken gilt. Ich bekomme daher nicht so viel mit, von dem was sich die nächsten Tage hier ereignet. Die Dame Natalia besucht wohl gemeinsam mit Penelope Silbrigmond und kehrt mit einer imposanten Waffe zurück, einer Mischung aus Schwert, Speer und Lanze. Bestimmt nützlich gegen große Gegner. Beim Hibbelgnom Paggen braut sich was zusammen. Der Finsterelf ist begeistert von der Bibliothek und ward nicht mehr gesehen. Bleibt nur die Frage: was macht mein Trägerzwerg?

Der beschwört geheimnisvolle Magie und forscht den Nugas Virile hinterher. Er kann den Krieger dieser Gruppe mittels Magie ausspähen. Ich beobachte neugierig mit. Während dieser Jos seine gewaltige Armbrust in einer Art befestigtem Lager mitten im Wald in aller Seelenruhe ölt, taucht in unserem Sichtbereich die Anführerin dieser Gruppe auf, die schöne Jasnah. Schön ist sie immer noch, so wie sie dort nur in Unterwäsche auf einem Baumstamm platznimmt, aber doch verändert. Ihr linkes Horn ist abgebrochen und der linke Arm ist bis zum Ellenbogen gänzlich mit grünen Schuppen bedeckt und vereinzelt verbinden sich diese Schuppen mit ihren Tattoos und winden sich über ihren ganzen Körper. Diese grünen Schuppen erinnern mich an die Haut des Riesenkobolds. Als ich die Tieflingsfrau so bewundere, betritt eine weitere Person mit grünen Schuppen den Bereich, den wir ausspähen können. Eine echte Drachengeborene! Mit grünen Schuppen, ganz so wie Jasnah welche hat. Nur halt ganz. Über den ganzen Körper. Und mit sonst nichts an. Nackt würde ich dazu allerdings nicht sagen, man sieht ja nix. So wie bei den Riesenkobolden, deren Schuppen alles bedecken, wie bei mir das Fell. Die reden über etwas, was ich nicht einordnen kann. Ein Körper der noch da sei?! Welcher Körper? Wo? Welches Rätsel versuchen die Nugas Virile zu lösen?

Genaueres erfahren wir vorerst nicht. Der Trägerkahn unterstützt den Riesenkobold bei seinen Nachforschungen über Iymrith und den Drachenhort. In der Wüste Anauroch soll ihr Territorium sein, in der Nähe der Ruinen des alten Ascore, einer ehemaligen zwergischen Handelsstadt. Das ist ganz schön weit weg, wie kommen wir da hin?

Iymrith’s Lair

Wie befürchtet: Teleportation. Ich habe keine Lust darauf, aber natürlich mache ich trotzdem mit. Bevor es losgeht, gibt es aber noch eine Überraschung für uns: Harshnag hat überlebt. Der Frostriese, der den Tall Hunters bei der ersten Begegnung mit Iymrith zur Flucht verholfen hat, lebt noch! Harshnag wurde schließlich von Finufaranell von den Harfner gefunden, sieht aber ziemlich mitgenommen und abgemagert aus. Die beiden erscheinen gemeinsam mit einer jungen Frau in einer einfachen bestickten Robe im Herrenhaus an. Die junge Frau stellt sich als Lysaleth vor. Sie trägt einen kleinen Anstecker in Form einer goldenen Harfe am Revers. Wird sie uns auf unserer Quest begleiten?