Velkynvelve

Alla Arandil Finufaranell,

tief hinein in das Unterreich führte mich die Spur der Drow und ich habe einen ihrer Außenposten entdeckt. Velkynvelve wird er genannt und der Ort befindet sich in einer länglichen Höhle von der Form eines schräg aufgestellten, länglichen Brotleibes.

An der langen Ostseite der Haupthöhle ist die Siedlung etwa 100 Fuß oberhalb des Bodens der Kaverne an natürlichen Felsvorsprüngen, Stalaktiten und über kleine Nischenhöhlen verteilt. Leuchtmoos und das unvermeidliche Feenfeuer spenden ein wenig Licht in der Dunkelheit. Ein unterirdischer Fluss stürzt mitten durch die Hängebrücken und Spinnweben der Siedlung hinab und füllt die Kaverne mit dem ständigen Hintergrundgeräusch rauschenden Wassers. Am Boden sammelt sich das Wasser wieder an der östlichen Höhlenwand und fließt in nördliche Richtung unter dem Fels davon.

Offenbar befinden sich Gefangene hier oder wurden von der Oberfläche hergeschafft. Ich konnte eine Inspektion beobachten und scheinbar ist Velkynvelve nur eine Zwischenstation für den Sklaventransport nach Menzoberranzan. Zumindest werden die Leute - gemessen an den Gepflogenheiten der Dunkelelfen - recht “ordentlich” behandelt.

Ich habe mir Zeit genommen die Lage vor Ort genauer zu beobachten. Zuerst und am wichtigsten - die Drow.

Drow

Herrin von Velkynelve ist Priesterin Ilvara aus dem Haus Mizzrym. Für eine Tochter aus diesem Hause finde ich es ungewöhnlich, dass sie mit dieser Aufgabe betraut worden ist. Ihr Auftreten, ihre Kleidung und Ausrüstung sagen: Hohepriesterin. Fehlt eigentlich nur der offizielle Titel und die Schlangenpeitsche.

Ilvara Mizzrym

Ihre rechte Hand ist die junge Klerikerin Asha aus dem Haus Vandree. Hauptmann der Garde ist ein Verwandter der jungen Priesterin mit Namen Shoor Vandree. Insgesamt befinden sich in der Siedlung fast 2 Dutzend Drow-Krieger mit der erwartbaren, hochwertigen Ausrüstung bestehend aus Kettenhemden oder dunklem, beschlagenem Leder, Kurzschwertern, Schilden und Armbrüsten. Ein Dutzend wuchtiger Quaggoths stellen die Hilfstruppen. Die Anwesenheit von Priesterinnen der Lolth und die dicken Spinnenweben knapp unterhalb der Siedlung zwischen den Stalaktiten lassen mich vermuten, dass auch Spinnen von außergewöhnlicher Größe (Svag) in der Nähe sind: „Wenn es aussieht wie eine Ente, schwimmt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, dann ist es wahrscheinlich eine Ente.“ In dem Fall halt ne Spinne.

Gefangene

Insgesamt 15 Gefangene werden in Velkynvelve festgehalten. Ich habe ihre Namen in Erfahrung bringen können. Da sind einmal die Oberflächenbewohner. Ich zähle mal die Zwerge dazu, auch wenn ich weiß, dass diese gerne im Dreck buddeln.

Also fangen wir gleich mit einem Zwerg an, sein Name ist Gumba Kahn, scheinbar ein Kleriker oder Druide - zumindest versuchte er sich erfolglos an dergleichen Zauber. Er kommt wohl aus dem Moonwood, wie auch ein Elf mit dem Namen Maeral vom Haus Thaorael. Nie gehört das Haus. Magiekundig ist er wohl, vermisst sein Zauberbuch. Der Dritte in diesem Bunde von Kerlen, die scheinbar gemeinsam gefangen wurden ist ein Waldgnom, der auf den Namen Paggen Fonkin Fibblestib Eldon Sindri Kellen Targelby hört. Von Beruf Handwerker. Er wurde von Priesterin Ilvara Mizzrym zu ihren persönlichen Diensten eingeteilt und er darf sowohl Speisen Vorkosten, als auch den Tempel der Lolth putzen. Ich hoffe für ihn, er lässt die Spinnweben dort wo sie sind, sonst wird das ein kurzer Aufenthalt in Velkynvelve für ihn. Die Neuankömmlinge von der Oberfläche komplettiert die junge Stammeskriegerin Anselma Eddadóttir. Dem Namen, ihrem Aussehen und ihrem Dialekt nach würde ich sagen, es handelt sich hierbei um eine Kriegerin eines der Reghed-Stämme. Sie hat die Aufmerksamkeit von einem der Hauptleute der Drow “erregt”, vermutlich wegen ihrer hübschen Brüste. Ein narbengesichtiger Krieger, der auf den Namen Jorlan Duskryn hört. Sie teilt das Bett mit ihm und kommt so an manche Annehmlichkeit heran. Ach so, ja wie konnte ich diesen anderen vergessen. Ein ungewöhnlicher, silberner Drachenblütiger aus Tymanther, Typus Heiliger Krieger von Bahamut. Oda-Nobunaga Daardendrien wird er genannt. Ganz schön groß, diese Drachlinge. Und ganz schön doof für ihn, bei seiner ersten Reise in den Norden gleich in die Hände der Drow zu fallen.

Buppido-Derendil-Eldeth

Bereits vor Ort eingesperrt waren noch ein paar andere Gestalten. Buppido, ein Derro der überraschend viel Konversation betreibt. Derendil ist ein gefangener Quaggoth und ungefähr so riesig wie der Drachenblütige. Er glaubt gar kein Quaggoth zu sein, sondern ein verfluchter elfischer Prinz aus dem Königreich Nelrindenvane im High Forest. Ganz so wie bei dem buchstäblichen Elfen habe ich auch davon noch nie gehört, könnt ihr euch das vorstellen? Ein übler Zauberer mit Namen Terrestor soll ihn verflucht haben. Da klingelt nix. Eine weitere Zwergin, Eldeth Feldrun, fristet ihr Dasein in dem Verließ von Velkynvelve. Sie ist eine Kundschafterin aus Gauntlgrym.

Jimjar-Ront-Sarith

Jimjar ist einer der gefangenen Tiefengnome und derjenige, der sich noch am meisten mit den anderen abgibt. Scheint irgendeine Form von Spielsucht zu haben. Dazu kommt ein Ork, dessen Namen ich nicht verstanden habe. Vermutlich Gronz oder Rompf oder Ront oder so ähnlich. War der schon da oder kam der mit den Oberflächenbewohnern an? Weiss ich nicht mehr genau. Oh ja, auch einen der ihren haben die Drow eingesperrt. Sarith Kzekarit wird des Mordes an anderen Drow beschuldigt. Wusste gar nicht, dass das ein Verbrechen bei den Drow ist.

Shuushar-Hocker-Topsy&Turvy

Bleiben noch der froschige Kuo-Toa Shuushar, der wenig sagt und wenig macht. Der kleine Hocker ist ein Myconid und irgendwie süß. Ein laufender Pilz! Er hat sich wohl schon mit der Menschenfrau und dem Drachenblütigen angefreundet. Und schließlich Topsy und Turvy, Svirfneblin und Brüder. Komische Kautze, der eine murmelt ständig nach, was der andere vorher gesagt hat.

Die Siedlung

Ich habe zunächst nicht viel Ungewöhnliches feststellen können. Es ist - soweit ich das sagen kann - ein gut zu verteidigender Außenposten, der einigermaßen gut begehbare Verbindungen zwischen Darklake, Gracklstugh und Menzoberranzan sichert. “Strategisch günstig gelegen”, sagt man wohl. Die Gefangenen erscheinen mir zunächst auch unverdächtig. Wie bereits geschrieben werden diese wohl als Sklaven alsbald nach Menzoberranzan verbracht. In der Zwischenzeit zieht man sie zu verschiedenen Arbeiten in der Siedlung heran.

Die höhergestellten Drow bewohnen die Stalaktiten, die Mannschaften müssen mit den Höhlen in der Felswand vorlieb nehmen. Außer den typischen Waffen und Ausrüstung - also die Kettenhemden und Lederrüstungen, Kurzschwerter, Dolche, Armbrüste - habe ich nicht viel gefunden. Oberhalb der Wachkammer des nördlichsten Stalaktiten befinden sich so Dinge wie Seile, Kletterhaken, Fackeln, Decken aber auch Äxte, Speere, Pfeil und Bogen. Sieht nicht nach Drow aus, vermutlich Zeug von den Gefangenen. Im “Priesterinnen-Stalaktiten” sind auf jeder Ebene jeweils eine abgeschlossene, ordentlich verarbeitete und baugleiche Kiste, in denen ich Wertsachen vermute. Ich plane da mal einen Blick draufzuwerfen. Aber ich lasse es langsam angehen, nichts liegt mir ferner als in die Hände der Dunkelelfen zu geraten.

Am interessantesten habe ich bislang den Umstand gefunden, dass eine derart ambitionierte und hochgestellte Priesterin aus einem der mächtigsten Häuser Menzoberranzans hier vor Ort ist. Mal sehen, was noch herauszufinden ist.

Namárië

-Ným


Anhang

Gegenstände in eurem Besitz

Dazu muss eine Zeit von etwa 4-5 Tagen vergehen. Es ist allerdings schwer, die Zeit im Unterreich zu messen.

Charakter     Gegenstände
Gumba Kahn Lendenschurz; eine lebende Spinne von der Größe einer Vogelspinne
Maeral Eine Goldmünze; phosphoreszierendes Moos; eine Prise feiner Sand, Ruß und Salz (versteckt in einer kleinen Nische im Gefängnis)
Paggen Traveler’s Clothes; ein Feuersteinsplitter, der als Dolch verwendet werden kann; ein Stück Vlies; ein Kerzenstumpf; Haarnadel und Drow-Haarsträhnen
Anselma Traveler’s Clothes; ein mit Drow-Gift beschichteter Hand-Armbrustbolzen
Oda-Nobunaga Ein 1,5 Meter langer Strang eines Seidenseils

Erkenntnisse

Dinge, die ihr in den vergangenen 4-5 Tagen beobachten konntet oder über die ihr nachgedacht haben könntet.

  • Gumba könnte mittels dem Feuersteinsplitter und ein wenig Seide ein “miniature cloak” basteln.
  • In der dickeren Pilzsuppe schwimmen immer mal Insekten. Diese eignen sich als “a morsel of food”. Das Futter für die Gefangenen ist scheinbar das gleiche, wie für die Quaggoths und wird auch von denen hergestellt. Für die Gefangenen weitestgehend fleischlos.
  • Im Tempel der Lolth gibt es “heiliges” Wasser bzw. Öl. Paggen darf aber nicht an den Altar selbst ran. Er muss ggf. den Boden schrubben und beispielsweise die Reste eines Blutopfers entsorgen.
  • Die dicken Haare von Eldeth hat sie mit Lederbändern zusammengebunden, die ihr bislang niemand abgenommen hat.
  • Falls jemand Blut braucht: eure Fesseln hinterlassen schon arge Scheuerspuren. Man muss nur den Grind abreißen oder unvorsichtig sein und schon könnt ihr bluten.
  • Die Ausrüstungsgegenstände der Drow sind hochwertig, ihre Rüstungen, Schwerter und Schilde durchgehend mit Verzierungen versehen. Klar: Spinnen, Netze, etc.
  • Die Rüstungen der Drow könnten von möglicherweise von Maeral, Gumba oder Anselma verwendet werden. Für Paggen ist das alles ziemlich zu groß, für Oda-Nobunaga zu klein. Waffen und Schilde könnte jeder nutzen.
  • Der größte Teil der Drow sind junge und unerfahrene Soldaten. Nur die in edlem, dunklem und mit silbernen Ringen und Nieten verstärkten Leder gekleideten Dunkelelfen wirken wie die unbezwingbaren Krieger der Legenden. Darunter ist auch der narbengesichtige Jorlan Duskryn.
  • Den meisten der jungen Drow ist recht langweilig. Sie spielen gern mit Würfeln oder Karten. Aufmerksam sind sie immer dann, wenn ihre Vorgesetzten in der Nähe sind.
  • Es gibt Wachwechsel mit wechselnder Aufmerksamkeit. Es ist allerdings nicht so, dass es großartige Unterschiede in den Wachwechseln gäbe, also sowas wie eine Tag- oder Nachtwache. Die Drow sind ja auch Elfen und brauchen weniger Schlaf. Die Zyklen scheinen ein paar Stunden zu dauern und unterscheiden sich nicht. Das Verhalten einzelner Drow ist halt unterschiedlich. Unterschiedlich gelangweilt.
  • Jorlan ist nicht nur im Gesicht und am ganzen Körper seltsam vernarbt, ihm fehlen auch zwei Finger der rechten Hand. Er hat wohl chronische Schmerzen und bewegt sich nicht ganz so geschmeidig wie die übrigen Elitekrieger.
  • Seine Fähigkeiten reichten aber locker aus um einen jungen Drowkrieger mit dem Name Balok fertig zu machen, der ihn wegen seiner sexuellen Beziehung zu Anselma provoziert hat. Scheinbar war Jorlan noch vor wenigen Wochen der Hauptmann von Velkynvelve und Bettgefährte von Ilvara gewesen.
  • Balok ist übrigens ein Arsch. Der spuckt gerne mal in euer Essen oder erleichtert sich nicht am Wasserfall sondern knapp daneben bei eurer Höhle.
  • Die Quaggoths sind allesamt Muskelpakete und aufgerichtet mehr als 7 Fuß groß. Eine kurze Auseinandersetzung mit eurem muskulösen orkischen Mitgefangenen war schnell zu Ende. Ein einzelner Quaggoth hatte keine Mühe mit dem Ork.
  • Grund für die Auseinandersetzung war übrigens der Versuch des Orks, Eldeth über die Klippe der Siedlung nach unten zu werfen.
  • Die beiden Priesterinnen haben absolute Befehlsgewalt. Alle kuschen vor ihnen. Ilvara trägt eine außergewöhnliche Rüstung aus Adamantium, die als Schuppenpanzer durchgeht und eine Geißel deren Enden aussehen wie Tentakelarme.